Die Kreuze in den Kirchen sind verhüllt. Vielleicht ist es gut, auch für kurze Zeit die Augen zu verschließen vor all den Bildern. Um sie danach wieder ganz bewusst zu öffnen und mit klarem Blick all das Unheil in dieser Welt zu sehen, und durch die Karwoche hindurch mit großer Sehnsucht das Osterfest zu erhoffen.
Üblicherweise fasziniert eher das Gegenteil von „normal“. Dass der Mensch Jesus normal war – so normal, dass es manche sogar geärgert hat –kann das auch faszinieren? Nichts Außerordentliches war da, keine Privilegien, keine roten Gewänder, nichts Pompöses; ein Gott, der mit den Menschen auf Augenhöhe kommuniziert.
Das war nichts Normales, Alltägliches. Eher etwas Verrücktes. Gottes Sohn stirbt und
zeigt gleichzeitig, dass er stärker ist als der Hass der Gegner, der Schmerz der Folter.
Gott hat seinen Sohn nicht im Tod gelassen. Gott hat nicht aufgehört zu wirken, zu lieben.
Der Sieg der Hoffnung über die Hoffnungslosigkeit geschieht immer wieder.