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Die Bedeutung von Segensfeiern für Menschen

Segen: Heilmittel gegen die Angst

KIRCHE_OÖ

In vielen Pfarren werden im Februar Kindersegnungen, Paarsegnungen und der Blasiussegen gefeiert. Der Segen ist ein gefragtes Ritual, dem in unsicheren Zeiten eine besondere Bedeutung zukommt. 

Ausgabe: 05/2023
31.01.2023
- Paul Stütz
Die Sehnsucht nach Segen ist groß. Viele Menschen lassen sich am 3. Ferbuar den Blasiussegen spenden.
Die Sehnsucht nach Segen ist groß. Viele Menschen lassen sich am 3. Ferbuar den Blasiussegen spenden.
© Copyright 2020, KNA GmbH, www.kna.de, All Rights Reserved

Schon auf den ersten Seiten des Schöpfungsberichts wird Gottes Zuspruch an die Welt klar gemacht, indem Gott das segnet, was er erschaffen hat. Das Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit durchzieht die Menschheitsgeschichte und spielt auch in der katholischen Kirche eine besondere Rolle. Die Liste möglicher Segenshandlungen ist lang und wird im liturgischen Buch „Benediktionale“ angeführt. 


SEGNUNGEN IM FEBRUAR

 

Ein paar prominentere Beispiele für Segensfeiern ballen sich in der ersten Februarhälfte in den Terminkalendern der Pfarren. Rund um Maria Lichtmess (2. 2.) finden Kindersegnungen statt, am Valentinstag (14. Februar) werden die Paare gesegnet und dazwischen soll der Blasiussegen (3. Februar) vor Halskrankheiten schützen. 


„Der Wunsch nach Segen ist immer noch sehr groß. Wenn Pfarren das zu verschiedenen Anlässen aufgreifen, dann wollen sie diese Gefühlslage aufgreifen und von Neuem erinnern, dass Gott das Leben trägt“, sagt der Priester Josef Keplinger vom Liturgiereferat, der zudem Kurat in der Dompfarre Linz ist.

 

Gesegnet werde in den Kirchen besonders in Schwellensituationen, erklärt Keplinger. Vor allem wenn zu Lichtmess kleine Kinder gesegnet werden, steht dahinter die Sehnsucht, dass sich das junge Leben gut entfalten kann. „Es ist die Botschaft, dass Gott Ja zum Leben sagt“, betont Josef Keplinger. So wie Jesus den Kindern die Hand auflegte, machen es heute immer noch die Seelsorger:innen in vielen Pfarren. „Die Urgeste des Segens ist das Handauflegen. In dieser Geste liegt das Behütende und das Bergende, was uns zeigt, wie Gott für uns Menschen sorgt“, sagt Keplinger.

 
Segen ohne Ausgrenzung

 

Auch in der Pfarre Maria Ach setzt man zum wiederholten Mal auf die Kraft der Segensfeiern. Am Sonntag vor dem Valentinstag findet ein Segnungsgottesdienst für Paare statt. „Uns ist wichtig zu zeigen, dass alle willkommen sind und alle gleich angenommen werden“, erzählt Elisabeth Seidlmann, Pfarrassistentin in Maria Ach.

 

Das Angebot richtet sich an Paare aller Art, die ihre Beziehung unter den Schutz Gottes stellen wollen: „Es kommen zum Beispiel auch Geschieden-Wiederverheiratete zu der Segensfeier“, berichtet Elisabeth Seidlmann. Diese Form der Zuwendung, die keine Ausgrenzung kennt, wird von vielen Menschen sehr geschätzt, was dazu führt, dass Paare aus dem ganzen Bezirk Braunau zur Segnung nach Maria Ach fahren. 


Wichtig in Krisenzeiten

 

So sehr der Gottesdienstbesuch insgesamt auch nachlässt, so ungebrochen hoch ist die Nachfrage nach dem religiösen Ritual der Segensfeier. „Besonders in den jetzigen Krisenzeiten ist es bestimmt noch wichtiger, Segensfeiern anzubieten“, erklärt Josef Keplinger. Geht es nach ihm, sollten die Segensfeiern in den Pfarren deutlich mehr werden. „Diese Feiern geben den Menschen Obdach für die Seele. Sie machen in der Kirche einen Raum auf und sagen Gutes zu.“

 

All dem, was Menschen verunsichere, den vielen Zukunftsängsten, könne man mit Segensfeiern gut begegnen. Keplinger: „Das Gottvertrauen ist ein Heilmittel gegen die Angst.“ Besonders begrüßt er, dass manche Pfarren bereits einmal monatlich Segensfeiern anbieten, wo nach einer kurzen liturgischen Feier jede:r vortreten und sich persönlich segnen lassen kann. 


Einfache Botschaft

 

Dass Segen niederschwellig gut funktioniert, kann Josef Keplinger nur unterstreichen: „Menschen haben, unabhängig davon, wieviel sie mit der Kirche tatsächlich verbindet, ein Gespür dafür, was da geschenkt wird.“ Der Segen sei leicht verstehbar, sinnlich-rituell und komme mit wenig Worten aus.

 

Dennoch stehe eine hohe Theologie hinter dem Segen. „Ich bringe den Segen mit der Schöpfungstheologie in Verbindung. Was Gott erschafft, will er am Leben erhalten und zur Entfaltung beitragen“, sagt Josef Keplinger. Es liege demnach viel vom Urverständnis Gottes drinnen, wie wir ihn sehen und wie er zu uns steht. 

 

 

SEGENSFEIERN

 

Hier eine Terminauswahl von Segnungen im Februar:

 

Am Do., 2. 2., wird um 18 Uhr in der Pfarre Gschwandt mit einerm Gottesdienst und einer Lichterprozession um die Kirche Maria Lichtmess gefeiert. Dabei werden die Kerzen gesegnet und der Blasius-Segen erteilt.

 

In der Pfarrkirche Pinsdorf gibt es am Do., 2. 2., (von 8 bis 19 Uhr) die Möglichkeit, sich unter Gottes Segen zu stellen, die Kerzen für die Pfarre Pinsdorf zu weihen und ein Duftstäbchen zu entzünden.

 

Am Fr., 3. 2., (19 bis 20 Uhr) kann man sich in Pinsdorf wiederum den Blasiussegen persönlich spenden lassen.  


In der Pfarrkirche Maria Ach findet der Segensgottesdienst für Paare am Sa., 11. 2. um 19 Uhr statt.

 

Am So., 12. 2., gibt es um 9 Uhr einen Gottesdienst mit Paarsegnungen in der Pfarre Lenzing.

Der Blasiussegen ist beliebt
Der Blasiussegen ist beliebt
© Lisa und Wilfried Bahnmüller / Westend61 / picturedesk.com
Seelssorgerin Elisabeth Seidlmann lädt alle Paare zur Segnung ein.
Seelssorgerin Elisabeth Seidlmann lädt alle Paare zur Segnung ein.
© D. STEINER
Liturgieexperte Josef Keplinger weiß um die Kraft der Segensfeiern.
Liturgieexperte Josef Keplinger weiß um die Kraft der Segensfeiern.
© PRIVAT
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