Vorausgeschickt sei: ich lebe gerne in Österreich, schätze viele Vorzüge des Landes und möchte nicht wegziehen. Und trotzdem erlebe ich auf Reisen ins Ausland Dinge, die mir auch für Österreich wünschenswert erscheinen. Da wären zum Beispiel Verkehrskonzepte wie in Kopenhagen oder Amsterdam, die den heimischen Radfahrer/innen schier die Freudentränen in die Augen treiben würden. Dort haben zwei Räder Vorfahrt, und zwar immer. Es wird nicht geschimpft oder böse gedeutet. Weder Autos noch Fußgänger würden sich je erdreisten, den Cyclisten ihren Vorrang streitig zu machen. Auf- und eingeladen wird alles, was transportfähig ist – ob Übersiedlungskartons oder fünf Kinder in der Holzkiste am Vorderrad. Dem Verkehrsaufkommen entsprechend finden sich im Stadtbereich (auch) Parkplätze für Autos, aber die Dimension der Fahrradabstellplätze ist für eine gelernte Österreicherin überwältigend. Es stellt auch kein Problem dar, das Fahrrad in ein Öffi mitzunehmen. Gerade reinschieben und fertig! Und auf Treppen liegen häufig Metallschienen – praktisch für Radfahrer/innen, aber auch Kinderwagerlschieber/innen. Doch stopp! Aufgewacht und ausgeträumt: In Österreich regiert das Auto, und zwar absolut und undemokratisch!