In der Kirche sind alle unterwegs, Erfahrene und Unerfahrene. Die "Verkehrsregeln" müssen so gestaltet sein, dass auch Anfänger zurechtkommen. Leitartikel von Matthäus Fellinger
Die Straße und der Verkehr darauf bedeutet für viele Kinder in den ersten Schulwochen eine völlig neue Lebenserfahrung. Da genügt nicht nur die eigene Vorsicht, die sie aufbringen müssen. Es braucht dazu die Rücksicht der Routinierten. Vor heiklen Stellen helfen Schülerlotsen, damit die Verständigung gelingt zwischen den Anfänger/innen und den Routinierten. Die Aufgabe derer, die sich in der Kirche engagieren, ist mit dem Dienst der Lotsen vergleichbar. Sie achten darauf, dass ein gutes Miteinander zwischen den Routinierten und den „Anfänger/innen“ gelingt, denn Kirche ist nicht bloß eine Sache der Perfekten oder gar Vollkommenen. Gleichzeitig sind sie alle unterwegs: die Alteingesessenen und die Zugezogenen, die Erfahrenen und solche, die erste zögernde Schritte in Bezug auf Glaube und Kirche wagen, die einen mit sicherem Schritt, andere zaudernd und zögernd. Und auch dies: Wie Verkehrsregeln so gestaltet sein müssen, dass auch Anfänger damit zurechtkommen können, so sollen auch die Regeln der Kirche bewältigbar sein – auch für Anfänger/innen. Alt sähe die Kirche aus, wenn es nur noch die Routinierten gäbe – und keine Menschen darin, die erste Schritte wagen.