Andrea Nießner hat Anfang des Jahres ihren Arbeitsplatz verlegt. Von der Stadt Salzburg nach Salinas de Guaranda, einem kleinen Bergdorf in Ecuador. Dort hat sie drei Monate als Physiotherapeutin gearbeitet. Eine lehrreiche und spannende Erfahrung, wie sie erzählt. Andrea Nießner ist "Kopf der Woche".
Einmal nach Südamerika reisen, abseits der Tourismuspfade, im direkten Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung: Dieser Wunsch hat sich für die gebürtige Zwettlerin Andrea Nießner heuer erfüllt. In einem Zentrum für Senioren, ins Leben gerufen von den Salesianern Don Boscos, hat sie im ecuadorianischen Hochland Einzeltherapien und Gruppengymnastiken durchgeführt. Behandelt hat sie außerdem Schlaganfall- und Krebspatienten, den schwerstbehinderten 11-jährigen Marcito und Frauen einer Textilfabrik. „Sie sind extrem eingeteilt. Um halb fünf Uhr früh gehen sie zunächst auf die Weide, melken die Kühe, bringen die Milch in die Molkerei und danach geht es bis spätabends zum Stricken in die Fabrik. Sie leiden vor allem unter Haltungsschäden“, so Andrea Nießner.
Vielseitig
Die freiberufliche Physiotherapeutin lebt und arbeitet seit 1976 in der Stadt Salzburg. In ihrer Freizeit widmet sich die 58-Jährige gerne der Schriftstellerei. 2011 ist ihr Buch über „Wasenmeister“ erschienen. Als Vorläufer der heutigen Tierkörperverwertung oblag ihnen die Entsorgung und Verwertung von Tierkadavern. Sie galten als unehrlich und durften kein Handwerk ausüben. Im Sommer ist Andrea Nießner immer auf einer Alm am Dachstein eingespannt. „Das ist wunderschön, aber mit viel Arbeit verbunden.“ Derzeit hält sie Vorträge über die Erfahrungen während ihres Freiwilligendienstes, den sie über die Organisation Voluntaris vermittelt bekam. www.voluntaris.at – Ein Voluntaris-Info-Nachmittag über Freiwilligendienste im Ausland findet am 20. September 2013, 13.00 Uhr in der Pfarre St. Martin/Salzburg-Liefering statt.