Wenn Schüler während der Schulstunde ihre Smartphones benützen, sorgt das normalerweise für Unmut bei den Lehrern. Der Verein Welthaus Linz möchte jetzt mit einem Kurzfilm-Wettbewerb auf das Potenzial der Mobiltelefone für den Unterricht hinweisen.
Im Rahmen des EU-Projektes „Global Fairness – Schools are agents for change“ bietet Welthaus Linz ab Herbst oberösterreichischen Schülern eine ganz besondere Möglichkeit, sich kreativ zu verwirklichen. Die Aktion „Smart up your life“ ruft Jugendliche auf, mit ihrem Smartphones Kurzfilme zu nachhaltigen Themen wie Ernährung oder Klimawandel zu drehen. Die Arbeiten können bei einem Filmwettbewerb eingereicht werden. „Die Idee dahinter war, neue Bildungskonzepte für Schulen und Lehrer zu finden“, erzählt Martin Stöbich vom Welthaus Linz. Der Wettbewerb versucht bewusst, möglichst wenige Vorgaben zu machen. „Hauptsache, sie sind kreativ, in welcher Form ist ganz den Schülern überlassen. Das kann zum Beispiel auch ein Cartoon oder Daumenkino sein,“ verrät Organisatorin Bettina Reiter. „Smart up your life“ vermittelt durch spielerisches Lernen Bewusstsein für die großen Themen der Zukunft.
Workshops für Lehrer/innen.
In der Altersgruppe zwischen 12 und 19 Jahren besitzen in Österreich mittlerweile weit mehr als die Hälfte ein Smartphone. Von vielen Eltern und Lehrer/innen wird der intensive Umgang der Jugend mit dem Handy kritisch gesehen. Wohl auch deshalb, weil die ältere Generation bei neuen Technologien schneller den Überblick verliert. Man ist unsicher, was das eigene Kind, der Schüler eigentlich mit seinem Smartphone macht. Das Projekt „Smart up your life“ bietet deshalb Workshops in Linz, Gmunden und Freistadt für Lehrer/innen an. Sie sollen zeigen, wie Schüler/innen und Pädagog/innen gemeinsam mit einfachen technischen Mitteln der Alltagskommunikation Geschichten erzählen, digitalisieren und veröffentlichen können. In Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz und dem Medienkollektiv „Traum und Wahnsinn“ soll Basiswissen zu Drehbuch, Bild, Ton und Produktion vermittelt werden.
Von der Idee auf die Leinwand.
Mit den gewonnenen Kompetenzen soll das Projekt dann in die Klassen getragen werden. Beiträge für den Filmwettbewerb sollen entstehen, eingeladen sind Schüler/innen im Alter von 12 bis 19 Jahren. Der Film soll gesamt nicht länger als fünf Minuten dauern. „Es wäre natürlich schön, wenn vermehrt die eigene Realität der Jugendlichen abgebildet ist“, erklärt Martin Stöbich. Eine renommierte Jury kürt den innovativsten Smartphone-Kurzfilm und die besten Nachwuchsregisseure dürfen im Herbst 2014, gemeinsam mit einem professionellen Filmteam, den Filmbeitrag in Kinoqualität neu produzieren. Das Endprodukt wird bei einem Kurzfilmfestival eingereicht, aber auch in lokalen Fernsehsendern oder auf diversen InternetPlattformen zu sehen sein.
Wanderkino.
Einen weiteren Teil des Projektes nimmt das Wanderkino ein. Der Verein Welthaus zeigt im Winter in Linz, Gmunden und Freistadt Filme zu den Schwerpunkten Ernährung und Klimaveränderung. Gemeinsam mit Experten der Kooperationspartner Klimabündnis OÖ, Young Caritas und der Auslandshilfe soll im Anschluss mit den Besucherklassen über das Gesehene diskutiert werden. Eine gute Gelegenheit um sich auf das eigene Projekt einzustimmen. Für besonders Interessierte werden von den drei Kooperationspartnern zusätzliche Themen-Workshops angeboten.