Der israelische Friedensaktivist Reuven Moskovitz besuchte letzte Woche am Donnerstag im Rahmen seines Linz-Aufenthalts die Kreuzschwestern-Schule.
Ausgabe: 2013/38, Moskovitz, Zeitzeuge, NS-Zeit,
18.09.2013
- Johannes Grüner
Im großen Festsaal erzählte er vor zahlreichen Schulklassen Geschichten aus seine Kindheit, sprach aber ebenso als Zeitzeuge über sein schweres Schicksal während der NS-Zeit. Der 85-jährige, in Rumänien geborene Moskovitz überlebte den Holocaust trotz Verfolgung und Vertreibung. Auch der Nahost-Konflikt war Thema des zweistündigen Vortrags. 1947 gelang Moskovitz die Einwanderung nach Palästina, wo er sich bis heute für den Frieden engagiert. „Ein Held ist jemand, der einen Feind zum Freund macht, nicht jemand, der ihn vernichtet,“ erklärte Moskovitz der gespannt lauschenden Schülerschaft. Mit diesen einfachen, aber wirkungsvollen Botschaften versuchte er, den Schülern die Bausteine für friedliches Zusammenleben zu vermitteln. Mit der Politik Israels ist er besonders unglücklich: „Ein Volk, das ein anderes Volk unterdrückt, kann niemals frei sein,“ zitiert Moskovitz Friedrich Engels. Über seine schwere Vergangenheit während des Zweiten Weltkrieges sprach er nicht besonders gerne, denn „wer Frieden will, muss auch vergessen können,“ Viel lieber erzählt Moskovitz von seiner Kindheit, von seiner Liebe zur Musik und wie er das Geigenspielen erlernte. Prompt bekam er eine Violine in die Hand gedrückt und gab zum Abschluss typisch melancholische, jiddische Melodien zum Besten.