„Säen ist nicht so beschwerlich wie ernten“, hielt Goethe in den „Wahlverwandtschaften“ fest. Herbst ist eine Zeit des Mühens, ehe er zur Zeit des Dankens wird.
Man erntet, was man sät, und oft viel mehr, was im Spruch zum Ausdruck kommt: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“. Damit ist nicht der stürmische Traubensaft gemeint. Friedrich Rückert lobt den Geist, weil er täglich Ernte hat. Wörtlich sagt er in „Die Weisheit des Brahmanen“: „Ein jeder Tag ist für den Geist ein Erntetag.“
In der Bibel finden sich viele Bezüge zur Ernte. Schon im ersten Buch des Alten Testaments ist zu lesen: „Solange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (Gen 8,22) Jesus spricht in der Bergpredigt über die falsche und die rechte Sorge: „Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“ (Mt 6,26) Bei aller Mühe und aller Sorge – die Menschen haben viel Grund zu danken, denn es gibt immer wieder reiche Ernte, auch von leichter Saat.
Machen Sie mit. Schreiben Sie uns, für welche Ernte – auch im übertragenen Sinn – Sie dankbar sind. Wir verlosen einen Korb Erntedank. Adresse: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, E-Mail: service@kirchenzeitung.at
Beim Denk Mal Nr. 36 (Imre Kertez bekam 2002 den Literatur-Nobelpreis) hat Rudolf Bittmann aus Wels gewonnen.