Ein rauschendes Fest am vergangenen Freitag hat den Abschied des Jugendhauses Servas aus dem Zentrum von Vöcklabruck besiegelt. Am Areal des Offenen Kulturhauses soll es unter einem neuen Namen neu erstehen. Wann, ist noch offen.
Ausgabe: 2013/39, Servas, Jugendzentrum, Offenes Kulturhasu, OKH, Orlovsky, Eder
24.09.2013
- Paul Stütz
Zum zweiten Wohnzimmer ist das Servas für Generationen von Vöcklabrucker Schüler/innen geworden. Die Kombi aus Jugendhaus und Café nutzen viele Jugendliche in der Mittagspause und nach der Schule. „Wir sind eigentlich jeden Tag da“, erzählen die Freunde Artur Zuschin und Andreas Gnigler. Sie schätzen besonders, dass sie hier ohne Konsumzwang Zeit verbringen können.
Verluste bei Bar
Seit ein paar Jahren ist der Besuch im 1995 gegründeten Servas jedoch rückläufig. „Die Jugendlichen können sich mittlerweile leichter zu Hause treffen. Was viele wirklich gerne hätten, nämlich eine Terrasse mit gemütlichen Sitzgelegenheit, geht uns im Zentrum ab“, sagt Sarah Orlovský. Ein Einkaufszentrum am Stadtrand und die Nichtraucherregelung hätten das Übrige zum Rückgang beigetragen, meint Zentrumsleiter Andreas Eder. „Wir wollten rechtzeitig aussteigen“, spricht Jugendleiterin Sarah Orlovský die Verluste bei der gewerblich geführten Bar an.
Umzug ins Offene Kulturhaus
Als neuer Standort ist das OKH (Offene Kulturhaus) geplant. Basis für die Neuausrichtung ist eine Befragung von mehr als 1000 Jugendlichen. Ein detailliertes Bild ist so entstanden, was sich die Zielgruppe unter einem idealen Jugendzentrum vorstellt. Oben auf der Wunschliste stehen ein Garten, Terrasse, Basketball-Korb, Fußballtore und Volleyball-Netz. Auch das neue Jugendzentrum wird eine Plattform für junge Musiker bieten. „Der Vorteil ist, dass unsere Jugendbands von dem relativ geschützten Zentrum auf die größere Bühne des Kulturhauses wechseln können.“ „Es soll der Barbetrieb nicht mehr gewerblich geführt werden, sondern in viel kleinerem Ausmaß. Dadurch können wir noch flexibler auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen“, sagt Sarah Orlovský.
OKH muss saniert werden
Unklar ist noch, wann genau die neuen Räumlichkeiten bezogen werden können, da die Stadt Vöcklabruck als Quartiergeberin noch Sanierungsarbeiten im Kulturhaus durchführen muss. Vöcklabrucks Bürgermeister Herbert Brunsteiner rechnet mit dem möglichen Einzug des Jugendzentrums ins OKH nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2014. Eine definitive Entscheidung wird erst in der Dezember-Gemeinderatssitzung fallen. „Ich hoffe, dass wir bald ins neue Jugendzentrum können“, sagt Arthur Zuschin: „Bis dahin werden wir Freunde uns bei mir zu Hause treffen, aber das ist nicht das Gleiche.“ Fest steht, dass Andreas Eder und Sarah Orlovsky die Jugendlichen nicht hängen lassen werden: Bis zum Umzug werden sie als fliegende Jugendleiter weiterarbeiten.
Die Jugendleiter des Servas werden bis zum Neu-Einzug an der alten Adresse Schwibbogen 2 in Vöcklabruck Mittwoch und Freitag, 12.30 Uhr bis 17 Uhr, erreichbar sein.