Persönliche Daten sind nicht ohne Weiteres aus dem Netz löschbar. Nutzer sind in der Regel auf das Gutdünken der Plattformbetreiber angewiesen. Und was passiert im Todesfall mit dem digitalen Nachlass?
Ausgabe: 2013/44, digital, persönliche Daten, Internet
„Wenn du nicht dafür bezahlst, bist du nicht der Kunde. Dann bist du das Produkt, das verkauft wird“, heißt eine alte Marketingweisheit. Im Falle von Facebook und Co verdeutlicht der Spruch, wieso soziale Medien viele Daten der Nutzer sammeln. Es ist schlicht ihre Geschäftsgrundlage. Personenbezogene Daten gehören eigentlich nur den Betroffenen selbst. Betreiber von Internet-Plattform wie Facebook erweitern jedoch in der Regel die Möglichkeit der Datenverwendung über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das Löschen von persönlichen Daten ist bei den Plattformen deswegen nicht immer ganz leicht durchsetzbar. Einen Anspruch gibt es darauf nicht. Und: Man kann das eigene Facebook-Profil zwar löschen. Damit ist das Konto weg, aber nicht unbedingt die Daten. Eine der neuesten Entwicklungen ist zudem, dass auf Facebook jeder uneingeschränkt via Suchfunktion gefunden werden kann. Die alte Einstellung zum Verstecken des Facebook-Profils vor Suchanfragen ist nun Geschichte. Die Konsequenz für die Nutzer: noch genauer als bisher darüber nachdenken, mit wem man Informationen und Bilder teilt. Wer die Option „Öffentlich“ anklickt, lässt praktisch die ganze Welt die persönlichen Beiträge mitlesen.
Daten von Verstorbenen
Brisanter wird die Thematik der Spuren im Internet bei verstorbenen Nutzern. Die Frage nach dem digitalen Nachlass beschäftigt immer mehr Menschen. Nicht selten kommt es vor, dass die Kommunikation bei Facebook-Profilen von Toten weiterläuft. Für viele auch eine Möglichkeit, hier ihre Anteilnahme zu zeigen. Bei Facebook gibt es die Möglichkeit, ein Trauerprofil zu beantragen. Dafür verlangt Facebook als Nachweis eine Kopie der Sterbeurkunde, bevor ein Profil gelöscht oder in den Gedenkzustand versetzt wird.
Firmen für digitalen Nachlass
Die bei sozialen Netzwerken und bei Providern hinterlassenen Daten haben jedenfalls einen neuen Geschäftszweig entstehen lassen. Es gibt bereits mehrere Firmen, die sich um den digitalen Nachlass kümmern und den Angehörigen diese schwierige Arbeit erleichtern.