Je mehr man über Menschen weiß, desto mehr wird man sie berechnen können: was sie essen, ob und woran sie erkranken werden und vor allem: was man ihnen verkaufen kann. Ein Leitartikel von Matthäus Fellinger
Ausgabe: 2013/46, Leitartikel
12.11.2013
- Matthäus Fellinger
An einem einzigen Tag, sagt ein Experte in diesen Dingen, würden weltweit 12,5 Mal mehr elektronische Daten gesammelt, als in allen Büchern der Welt geschrieben steht. Das Internet macht es möglich. Und: Wer sich in diesem ganzen Datenmeer am besten zu bewegen weiß, wird die Nase vorne haben. Denn: Je mehr man über Menschen weiß, desto mehr wird man sie berechnen können: was sie essen, ob und woran sie erkranken werden und vor allem: was man ihnen verkaufen kann. Zielgerichtet. Da hat sich etwas gewaltig verschoben in der Grammatik der Welt. Das Subjekt ist zum Objekt geworden. Der Mensch zum Gegenstand. Ich, du, er, sie, es. Das war einmal. Sie haben das Heft nicht mehr in der Hand, können nicht Schritt halten mit diesen Entwicklungen. Niemand kann es. Computer rechnen es aus. Einige kennen sich aus damit und machen gute Geschäfte. Ob das alles gut ist oder schlecht, Irrweg oder Zukunftschance? Immer mehr Menschen fühlen sich unbehaglich in dieser heraufdämmernden neuen Welt. Sie surfen und googeln dahin durch die Zeit. Freiheit sollte der Fortschritt bringen von Naturgewalten und Fremdherrschaften – und sie sind doch ausgelieferter denn je.