Ein Priester als Quereinsteiger bei den Pfadfindern
„Toleranz, Offenheit, Aufeinander-Zugehen und Neugier sind Werte, die ich bei den Pfadfinderinnen und Pfadfindern besonders erlebe“, sagt Pfarrer Markus Klepsa. Seit November ist er deren neuer Bundeskurat.
Ausgabe: 2013/48, Klepsa, Bundeskurat
26.11.2013
- Ernst Gansinger
In der Politik würde er „Quereinsteiger“ heißen, denn seine Laufbahn bei den Pfadfinder/innen begann nicht wie gewohnt. Bei den Pfadfinder/innen wäre das Übliche, als Kind oder Jugendliche/r einzusteigen. Markus Klepsa, 1969 in Braunau geboren, stieß erst als Kaplan 1996 in Gallneukirchen zu den Pfadfindern. Er hatte die Firmvorbereitung zu organisieren und sprach einen bewährten Firmhelfer an. Dieser lud ihn zu einem „Deal“ ein: Ich mache Firmhelfer und Du machst bei uns Pfadfinder-Kurat. So begann, woraus wenige Jahre später die Mitarbeit im „Spiri-Team“ der Oberösterreichischen Pfadfinder/innen wurde. Im Oktober wurde Klepsa als Bundeskurat gewählt.
Leben aus dem Glauben
Klepsa ist begeisterter Pfadfinder. Er nimmt sich Urlaub, um an Lagern teilzunehmen, und erarbeitete im „Spiri-Team“ den vor kurzem vorgestellten Behelf zum „Leben aus dem Glauben“. Das ist einer von acht Pfadi-Schwerpunkten. Pfadfinder/innen müssen nicht katholisch sein, nicht christlich; sie sind weltweit interreligiös, aber zu glauben ist wichtig. Klepsa schwärmt von der Freundschaftsfähigkeit, dem Teamgeist, von gelebter Ökumene und gemeinsamen Visionen. „Jeder Mensch, dem ich Freund bin, ist einer weniger, mit dem ich streite“, sagt der hauptberufliche Pfarrer der Innviertler Gemeinden Eggelsberg und Geretsberg. Und der Spruch des Gründers der Pfadfinder- bewegung, Baden-Powell, ist ihm wichtig: „Bemühe dich, die Welt ein Stück besser zurückzulassen, als du sie vorgefunden hast.“