Er sei mit „Pro Oriente“ verheiratet. Das höre er des öfteren von seiner Frau, meint Hans Marte. Am 4. November feierte die Stiftung 40. Geburtstag.
Eigentlich könnte Hans Marte seinen wohlverdienten Ruhestand genießen. Aber seit er vor drei Jahren zum geschäftsführenden Präsidenten der von Kardinal König gegründeten Ostkirchen-Stiftung „Pro Oriente“ gewählt wurde, ist die Ökumene zu seinem Vollzeitjob aus Leidenschaft geworden.
Dass er zu „Pro Oriente“ stieß, ist für den Juristen Marte kein Zufall. Schon als Schüler des Stiftsgymnasiums Mehrerau (Vlbg.) habe er sich für theologische Fragen interessiert. Mit dem „Theologischen Fernkurs“ habe er das persönliche und wissenschaftliche Interesse, sich „auf das Gottesnarrentum des Glaubens und der Religion“ einzulassen, weiter vertieft. Auch beruflich war Marte ein unruhig Suchender. Nach acht Jahren als Richter in Bregenz und Feldkirch ging er nach Wien, wo er im Wissenschafts- und Außenministerium und zuletzt acht Jahre als Direktor der Nationalbibliothek arbeitete.
Entscheidend für seine Kontakte zu den Kirchen im Osten wurde seine Tätigkeit als Leiter der Kulturabteilungen der österreichischen Botschaften in Warschau und Moskau. Auf Ersuchen von Prälat Ungar habe er begonnen, Kardinal Wischinski und andere kirchliche Stellen mit Büchern und vertraulichen Informationen zu versorgen. Auch regimekritische Manuskripte habe er herausgeschmuggelt. „In Moskau waren diese Kontakte dann noch wesentlich riskanter. Das war schon manchmal ein Ritt über den Bodensee, bei dem mir die Knie ordentlich gezittert haben.“ Wieder in Wien begann er bald bei „Pro Oriente“ mitzuarbeiten.