Ausgabe: 2004/47, Haidinger, Christian Haidinger, KFB, Wegbegleiter
16.11.2004
- Hans Baumgartner
Der Benediktiner Christian Haidinger ist neuer Geistlicher Assistent der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Der erfahrene Schulmann sieht sich dabei auch als Lernender.
30 Jahre war Christian Haidinger Lehrer am Stiftsgymnasium Kremsmünster. Nun drücke er seit kurzem selbst wieder die Schulbank, meint er. Als Geistlicher Assistent der Frauenbewegung lerne er einen kirchlichen Bereich kennen, den er so bisher nicht wahrgenommen habe. „Es ist ein Unterricht, den das Leben schreibt“, sagt Pater Haidinger. „Bei den verschiedenen Zusammenkünften erlebe ich selbstbewusste, empanzipierte Frauen mit einer hohen spirituellen, kirchlichen und gesellschaftlichen Kompetenz. Die brauchen und wollen auch keinen geistlichen Leithammel, sondern einen sensiblen Begleiter, der sich auf ihren Blickwinkel einlässt.“ So etwa war es für ihn eine wichtige Lernerfahrung, mit welcher Ernsthaftigkeit die Frauen in liturgischen Feiern – auch sprachlich – ihren Glauben und ihr Leben zum Ausdruck bringen. Für ihn sei das eine sehr spannende, aber auch schöne Aufgabe. Beeindruckt ist Haidinger auch vom großen Engagement der kfb in gesellschaftlichen Fragen.
Dass P. Christian (61), der nach Ende des Schuldienstes weiter als Pfarrer in Buchkirchen und seit heuer auch als Generaldechant der Diözese Linz tätig ist, dem Ruf der Frauenbewegung gefolgt ist, hängt wohl mit seiner Leidenschaft für die Laienarbeit zusammen. 1974 hat er gemeinsam mit P. Nikolaus die legendären Kremsmünsterer Jugendvespern und drei Jahre später die Jugendwochen begründet. 25 Jahre war er in der Leitung der Cursillo-Bewegung in Oberösterreich tätig. Viele „seiner“ 5000 Cursillistas sind heute aktiv in den Pfarren engagiert.
„Die Kirche lebt mit engagierten Laien. Sie zu fördern, zu ermutigen und zu begleiten ist daher eine zentrale Aufgabe der Seelsorger/-innen.“