Im Linzer Mariendom zeigten die Dilettanten von der Linzer Philharmonie bereits ihr Können: Die Aufführung des Requiems von W. A. Mozart war gleichzeitig die Premiere des Orchesterchors und fand im September 2001 im Neuen Dom in Linz statt. In der Hauptsache aber gibt man sich schräg.
Nicht perfekt zu musizieren, sondern mit Freude und Lust zusammen Musik zu machen ist das Ziel der Linzer Philharmonie.
Der Johann-Strauß-Walzer „An der schönen blauen Donau“ erklingt zumeist als eines der letzten Stücke beim Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Die Linzer Phiharmoniker unterscheiden sich von ihren Wiener Kollegen in sehr vielem, aber der Donauwalzer war auch das erste Werk, welches das Orchester im Jahr 2000 spielte.
Die Linzer Philharmonie wurde anlässlich der politischen Veränderungen in unserem Land gegründet und gab sein Debüt im Linzer O.K. Alle sind eingeladen mitzuspielen! In einer Zeit, in der alles nach Perfektion strebt, versammelt man sich bei der Linzer Philharmonie aus reiner Lust an der Musik, völlig unabhängig davon, wie groß oder klein das instrumentale Können des Einzelnen ist – ausgenommen sind nur verstärkte Instrumente.
Zum Erfreuen gedacht
Erst in unserer Zeit ist der Begriff des Dilettanten abwertend. „dilettare“ heißt in seiner eigentlichen Bedeutung „sich erfreuen, sich ergötzen“. Genau diese Bedeutung will der Leiter des Orchesters Hannes Langeder wieder in den Mittelpunkt gerückt wissen. „Nicht immer Erster sein“, bringt er es auf den Punkt. Es geht um Kunstausübung unter sehr starken sozialen Vorzeichen, der Leistungsgedanke steht weit hinter dem Lustgedanken. Man darf Scheitern, man darf unzulänglich sein, ja es ist sogar schön.
Das Orchester ist in erster Linie ein soziales Modell, in dem der Einzelne die Möglichkeit hat, im gemeinsamen Spiel mehr oder weniger schlecht zu funktionieren. Auf der Internetseite des Orchesters ist auch ein Ausspruch von Nikolaus Harnoncourt angeführt: „Die Kunst muss sich am Rande der Katastrophe bewegen.“ Noch im Jahre 2000 kam es zu weiteren Konzerten in Linz und Wien. Im September 2001 gab es dann das Requiem von Mozart im Neuen Dom. Hannes Langeder ist noch heute Dompfarrer Maximilian Strasser für die Möglichkeit dankbar. Es folgte eine „Fledermaus“ im Kaufmännischen Vereinshaus, Auftritte beim Steirischen Herbst, im Wiener Museum für Angewandte Kunst und eine Kooperation mit der international tätigen Künstlerin Elke Krystufek.Als nächstes Vorhaben nennt Hannes Langeder eine Welttournee des Orchesters, weil es bei großen Orchestern einfach so üblich ist. Wohin diese gehen wird und wann sie sein wird, ist allerdings noch völlig unbekannt. Aber: Alle dürfen mitmachen!
Norbert Trawöger
Informationen gibt es unter Tel. 0650/23 24 777 oder auf der Homepage des Orchesters: www.philharmonie.info.at.