Zu Gewalt und Zivilcourage wurden Passanten für die DVD interviewt.
Im Projekt „Wir gegen Gewalt“ haben sich Rieder Jugendliche mit Gewalt in ihrer Umgebung in Ried/Innkreis multimedial beschäftigt.
War es ein zufälliges Zusammentreffen: Als Jugendliche im Zentrum Net(t)place/Dustala beschlossen, sich in einem groß angelegten Projekt mit Gewalt auseinander zu setzen, starb in Ried/Innkreis ein Jugendlicher durch den Schlag eines anderen Jugendlichen. In jedem Fall wurde die traurige Aktualität des Themas unterstrichen.
Mit einer DVD, einer Zeitung, einer Fotoausstellung und einem Logowettbewerb näherten sich die 28 Teilnehmer/innen dem Thema an. „Schau nicht weg“, lautete das Grundthema. Zu diesem wurden Passanten für den Film interviewt und auch beobachtet, als bei einem Auftritt eines Spontantheaters in der Rieder Innenstadt Gewaltausbrüche simuliert wurden. Für die Passanten waren diese nicht als „gespielt“ erkennbar. Wenigstens einer verständigte die Polizei, die erst am vermeintlichen „Tatort“ erfuhr, dass es nicht Realität war.Bei der Abschlusspräsentation des Projektes kamen 300 Menschen. Gleichzeitig wurde ein Buch über den Tod des Jugendlichen präsentiert, der mit dem Beginn des Projektes zusammenfiel. Im Mai dieses Jahres bekam Net(t)place den Solidaritätspreis der KIZ verliehen. „Für uns und die Jugendlichen war das ein Motivationsschub“, sagt Christoph Froschauer aus dem Zentrum. Mittlerweile ist dem Solidaritätspreis ein Ehrenpreis des Jugendfilmfestivals YOUKI gefolgt.Wie der Name schon
sagt, handelt es sich bei Net(t)place/Dustala um die Zusammenarbeit zweier Jugendzentren: eines der Stadt Ried, das andere vom Jugendzentrumsförderungsverein. Net(t)place selbst wurde 1999 gegründet und bietet Montag bis Freitag für Jugendliche zwischen 12 und 20 Jahren von 13 bis 19 Uhr die Möglichkeit, mit den vorhandenen Ausrüstungen, vom Computer bis zur Videokamera, betreut Projekte ohne Vorgabe selbst zu entwickeln und umzusetzen. Organisiert ist es als ein Club, pro Halbjahr zahlt man 7,50 Euro Mitgliedsbeitrag. Dass dieses Konzept funktioniert, sieht man nicht zuletzt am Erfolg des Projektes „Wir gegen Gewalt“.
Infos: www.netplace.or.at. Für den nächsten Solidaritätspreis kann ab sofort wieder eingereicht werden.