Das Interview, welches das ehemalige Model Waris Dirie in der Vorwoche der Kirchenzeitung gegeben hat, sorgte österreichweit für Aufsehen. Dass auch in unserem Land rund 8.000 Frauen leben, die durch das grausame Ritual der Beschneidung genital verstümmelt sind, war für viele unglaublich. Und doch ist es eineTatsache.Die Mitarbeiter/innen der Waris-Dirie Foundation haben nun erklärt, wie sie zu diesen Zahlen gekommen sind. Die „Afrikanische Frauenorganisation“ mit Sitz in Wien befragte Einwanderer und Asylanten ob sie ihre Töchter beschneiden lassen würden. An die 40 Prozent antworteten mit „selbstverständlich“, 60 Prozent haben sich nicht geäußert, niemand sagte Nein. Nach den Möglichkeiten der Beschneidung befragt nannten 70 Prozent „während eines Heimaturlaubes“, 30 Prozent wussten von Adressen in Deutschland und Holland. Die Genitalverstümmelung ist eine schwere Körperverletzung. Sie ist von den Ärzten genauso meldepflichtig wie die Verletzungen eines geschlagenen Kindes, stellt die Waris Dirie Foundation klar. Eine Kampagne soll im Jahr 2005 die Gesellschaft in Europa auf dieses Verschweigen aufmerksam machen.