Ausgabe: 2004/49, Zwischenbilanz, Logik, Embrio, Kommentare, Leben
02.12.2004
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Zwischenbilanz
Der weltweite Druck der Öffentlichkeit hat 1997 das scheinbar Unmögliche möglich gemacht: das Verbot von Anti-Personen-Minen. In dieser Woche wird Zwischenbilanz gezogen. Fünf Jahre nach in Kraft treten der Konvention wurden 62 Millionen Minen vernichtet, weltweit gar 1100 Quadratkilometer gesäubert. Ein achtbarer Erfolg. Doch der öffentliche Druck darf sich davon nicht blenden lassen: China, Russland und die USA sind der Konvention nicht beigetreten. Alleine in ihren Beständen lagern weitere 200 Millionen. Weite Teile der Erde sind noch immer vermint. Das Geld zur Räumung wird jedoch immer knapper. Und noch immer werden jedes Jahr zwischen 15.000 und 20.000 Menschen von tödlichen Sprengfallen verletzt oder gar getötet.
Walter Achleitner
Eine fatale Logik
In der Schweiz haben sich die Befürworter der embryonalen Stammzellenforschung durchgesetzt. Damit dürfen sogenannte überzählige Embryonen, die nach einer In-vitro-Befruchtung nicht mehr eingesetzt werden, für Forschungszwecke getötet werden – und das, obwohl die Schweizer Verfassung den Embryo von Anfang an als menschliches Leben schützt und nach dem Fortpflan-zungsmedizingesetz eigentlich gar keine Embryonen übrig bleiben dürften. So schneidet man Scheibchen für Scheibchen vom Lebensschutz ab. Zuerst redet man den Leuten ein, dass bei der In-vitro-Befruchtung ohnedies alle Embryonen eingesetzt würden. Weil die Praxis aber anders ist, macht man ihnen weis, dass es doch moralischer ist, Embryonen für die Forschung zu verwerten anstatt sie wegzuwerfen. In Österreich fährt der Zug auch in diese Richtung.