Unversehrt. Ein Begriff, der im Zusammenhang mit dem Marienfest am 8. Dezember seine besondere Bedeutung hat. Er spricht von Verletzlichkeit des Lebens – davon, dass da ein Mensch war, der unversehrt blieb in einer Welt, in der so viel verletzt wird. Maria. Das Innerste dieses Menschen, wie Gott es angelegt hat, blieb in der Probe des täglichen Lebens erhalten. Weder aus eigener Schwäche kommende Egoismen noch die Brutalitäten und Grausamkeiten von außen haben die Gestalt Marias entstellt
Gerade in der modernen Welt, in der Menschen ständig bedacht sein sollen, nur ja fremden Interessen zu entsprechen, sich umzuformen, damit sie wirtschaftstauglich werden, ist der Marienfeiertag ein hochaktuelles Fest. Da gibt es einen Menschen, der folgte der von Gott gegebenen Berufung – auch wenn es schwierig war. Das Ja Marias zum Ruf Gottes kommt aus einer inneren Stärke. Nicht Selbstlosigkeit, sondern Selbststärke charakterisiert diese Frau.
Vielleicht steht der Marienfeiertag am 8. Dezember gerade deshalb immer wieder in der öffentlichen Diskussion, weil er so klar andere Werte als jene des hektischen Weihnachtsgeschäftes in den Mittelpunkt rückt: die eigene, von Gott geschenkte Berufung. Diese Berufung eröffnet einen Lebensweg. „Unversehrt“ bedeutet auch, nicht wegen jeder Art Mode sofort das eigene Gesicht zu verlieren. Wer ein Leben lang nur fremden Moden und Wegen folgt, wird sich eines Tages in einer ihm fremd gewordenen Welt wiederfinden.