Natürlich könnte man sie auch kaufen. Eins sähe dann aus wie das andere. Selbstgemacht tragen Weihnachtskekse die „Handschrift“ dessen, der sie gemacht hat. Wie beim Keksebacken ist es mit dem Leben. Da hat man zunächst oft einen ziemlich unförmigen Klumpen vor sich. Nur wenn jemand Hand anlegt, erhält der Teig seine Geschmeidigkeit. Und man darf keine Scheu haben, die Hände in die klebrige Masse zu tauchen.
Es geht ans Auswalken und schließlich ans „Kekseausstechen“. Die Köstlichkeiten nehmen Gestalt an. Aus dem Rest wird ein neuer Klumpen gerollt, dieser erneut bearbeitet und schließlich wieder geformt – bis fast nichts mehr übrig bleibt. Es ist die Kunst des Veredelns, die da praktiziert wird. Es braucht noch die Hitze des Backofens, die den Teig zur Köstlichkeit macht. Darum geht es beim Keksebacken – und im Leben. Ein Mensch kommt auch nicht fertig auf die Welt. Und selbst die Botschaft vom menschgewordenen Gott, um die es in dieser Zeit geht, braucht die Beschäftigung, die Formung. Die Lebensumstände sind nicht immer bestens. Es braucht Hände, die daran arbeiten. Die Energie, die man selbst mitbringt, reicht nicht aus.
Es bedarf der Hitze eines Backofens – und da ist Wachsamkeit gefragt, Gespür für den rechten Augenblick, dass man die Sache nicht anbrennen lässt. Ganz am Ende steht, worauf es eigentlich ankommt. Kekse wollen angeboten und gegessen werden – wie auch Menschen füreinander genießbar werden sollen.