Ausgabe: 2004/51, Asyl, Herbergsuche, Brauchtum, hl. Familie
15.12.2004
- Ernst Gansinger
Herbergsuche. Die Quartierabweisung der Heiligen Familie wird im Brauchtum in Erinnerung gehalten. Die Herbergsuche ist im Lied und in szenischen Darstellungen Thema. Zur gleichen Zeit sind Menschen auf Herbergsuche. In weihnachtlicher Stimmung ist die Chance, das Herz der Einheimischen zu erreichen, besser. Aber es gibt auch gegenteilige Erfahrungen. So beobachtete jüngst eine Mitarbeiterin des Diözesanhauses am Weihnachtsmarkt im Linzer Volksgarten eine Provokation: Rechtsradikale Jugendliche der AFP klebten zum Symbol des Ärgernisses der Herbergsverweigerung, zur Krippe, einen Aufkleber „Heimreise statt Einreise ... Stoppt den Umvolkungswahnsinn.“ Seit hunderten Jahren stehen Menschen an der Krippe und sind gerührt. Doch die gerührte Stimmung durchsetzt kaum den Alltag. Wer sich von der aktuellen Herbergsuche berühren lässt, sieht sich zunehmend mit kalter Anfeindung konfrontiert.Tapferkeit wird zur Tugend der Beherbergung. Die diözesane Mitarbeiterin stellte die Neonazis zur Rede und hat so dem Asylanliegen Luft verschafft. Wie lange?