Pfarrer Josef Aichriedler steht nicht gerne im Rampenlicht. Doch am Christtag wird er wohl müssen, wenn ORF und ZDF den Weihnachtsgottesdienst aus dem „Dom“ des Tiroler Hochtals Wildschönau übertragen.
„Gott hat sich unser angenommen. Er hat sich mit uns Menschen solidarisiert bis in die Armut des Stalls und die Verlassenheit des Todes. Deshalb ist er die tragende Hoffung unseres Lebens, das Licht in allen Dunkelheiten.“ Diese Botschaft von „Weihnachten als Sternstunde der Menschheit“ möchte Pfarrer Josef Aichriedler (63) auch über die Fernsehschirme spürbar machen. Und noch etwas ist Pfarrer Aichriedler ein Anliegen: „Wir wollen da keine großartige Aufführung abliefern, keine Show. Wir feiern eine Weihnachtsmesse, wie sie in unserem Dorf üblich ist, in dem der Glaube noch lebendig ist und die Menschen gerne in der Kirche mitmachen.“ Ohne die vielen verlässlichen Leute ginge es gar nicht, meint Josef Aichriedler. Vor 28 Jahren hat er die Pfarre Oberau übernommen, heute betreut er mit Diakon Klaus Niedermühlbichler und dem treuen Aushelfer P. Egwin Raffl von den Franziskanern auch die Wildschönauer Gemeinden Thierbach und Aufach. Das Tiroler Hochtal ist eine hochentwickelte Fremdenverkehrsregion mit 800.000 Winternächtigungen. „Obwohl die Anforderungen im Fremdenverkehr immer mehr werden, haben die Leute noch Zeit für Gott, ihre Familie und sich selber“, meint Aichriedler. Die Jugend und die Familien sind dem ehemaligen Jugendseelsorger und dem langjährigen Begleiter von Eheseminaren ein besonderes Anliegen. Geboren ist Aichriedler in Mondsee, aber schon seine erste Kooperatorstelle führte ihn nach Tirol.