Kirche und Religion im Blick auf ein Kind. Das ist Weihnachten. Dem Ernst und der Schwere, die man mit dem Christentum oft verbindet, tut diese Perspektive gut. Grundempfindungen und Grundbedürfnisse sind angesprochen, über die die Erwachsenenperspektive zu leicht hinwegsieht. Was für ein Kind wichtig ist, hat auch vor Gott hohe Bedeutung. Das Annehmen des Kindes steht am Anfang – auch wenn dieses Kind Lebenspläne durchkreuzt. Maria und Josef stehen für diese Aufmerksamkeit. Neugier und Interesse für das Kind kommen hinzu. Hirten und Weise, die von nah und von fern zur Krippe aufbrechen, stehen für diese Neugier. Sie erwarten vom Kind etwas, auch wenn es noch keine Verdienste aufzuweisen hat. Es hat sich ja noch keinen Namen erworben, von dem man für sich selbst einen Vorteil erwarten könnte. Die Aufmerksamkeit gilt ausschließlich dem Kind selbst. Ein Kind braucht Schutz. Es kann für sein Leben noch nicht selbst sorgen. Das Leben des Kindes in der Krippe war bedroht. Die Angst der Mächtigen gab diesem Kind kaum eine Chance. So blieb nur die Flucht. Weihnachten 2004: Was für Kinder gut ist, tut der Gesellschaft insgesamt gut. Gestaltungsregeln, die sich an dem orientieren, was Kinder und Schutzlose brauchen, fördern das Leben – und sie sollten nicht nur für ein paar Feiertage Geltung haben.