Wenn man so viele Alben wie Willie Nelson aufgenommen hat, muss man bei jeder weiteren Veröffentlichung fast davon ausgehen, dass sein Liedgut höchstens noch Durchschnitt ist.Aber führt man sich das jüngste Werk des alten Haudegens zu Gemüte, kommt man aus dem Staunen vor all den schönen Songperlen gar nicht heraus. Mit „It Always Will Be” überschüttet uns Nelson mit einer Songflut voll Sehnsucht, Liebe und gut gemeinten Lebensweisheiten. In rührseligen Songs wie „Picture In A Frame”, „The Way You See Me” oder „My Broken Heart Belongs To You” quengelt sich die Peal Steel immer wieder in unser Herz. Und spätestens bei „I Didn’t Come Here” wissen wir, bei wem sich Kurt Ostbahn den Rhythm and Blues abgeschaut hat. Die Duette mit Paula Nelson und Lucinda Williams sind so zwingend, wie das Duett mit Norah Jones verzichtbar gewesen wäre. Aber das ist auch schon der einzige Schwachpunkt, den sich good ol’ Willie ankreiden lassen muss. Kurz bevor alles in einem Meer voller Tränen zu ertrinken droht, kracht der Country-Barde als „Midnight Rider” in die Nacht davon.
Willie Nelson – It Always Will Be (erschienen bei Lost Highway)