Alois Kothgasser meint, das Flugblatt von „Jugend für das Leben“, das mit einer Karikatur zu einer Demonstration gegen Abtreibung einlädt, helfe niemandem.
Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat in der aktuellen Debatte um die Zulassung von Abtreibungen am Salzburger St. Johann-Landeskrankenhaus zur Mäßigung aufgerufen. Angesprochen auf eine Karikatur auf einem Flugblatt von „Jugend für das Leben“, das zu einer Lichterkette am Montag einlud, sagte Kothgasser: „Das ist nicht unsere christliche Art, mit manchen schwerwiegenden Fragen umzugehen. Das entspricht auch nicht dem Respekt, den wir Christen immer allen Personen entgegenbringen müssen. Ich werde ,Jugend für das Leben’ darauf aufmerksam machen, dass solche Art der Kommunikation nicht der Sache selber dient, sondern nur der Polarisierung, und die hilft niemandem.“ Tief betroffen hatte sich Kothgasser zuvor auch von der Ansage von LH Gabi Burgstaller gezeigt, ab April in den Salzburger Landeskrankenhäusern Schwangerschaftsabbrüche durchführen zu lassen. Die Karikatur von „Jugend für das Leben“ zeigt Josef und Maria auf Herbergsuche vor dem Amt der Salzburger Landesregierung. Sie werden von Burgstaller abgewiesen mit den Worten: „Herberge hab’ i’ keine für Euch ... aber eine neue Abtreibungsstation hätt’ i’ anzubieten! Das Kind könnt’ ma auf Krankenschein wegmachen lassen!“ Faktischer Fehler dabei: Auf Krankenschein werden aber in Salzburg keine Abtreibungen durchgeführt, sondern sie werden rund 425,– Euro kosten.