Rosi Scholler (rechts im Bild) lernte Ecuador während eines Auslandspraktikums kennen.
Drei Monate absolvierte Rosi Scholler, Studentin an der PÄDAK der Diözese Praktikum in Ecuador. Daneben hatte sie die Möglichkeit, Land und Leute kennen zu lernen.
„Santa Isabel ist eine Bezirkshauptstadt, an der Grenze zwischen dem Küstengebiet und dem Hochland“, berichtet Rosi Scholler. Dort hat sie in einer integrativen Schule ein Praktikum absolviert, vor allem machte sie mit den Kindern Übungen aus der Ergotherapie. Die Wochenenden und zwei ganze Wochen konnte die angehende Lehrerin auch Land und Leute kennen lernen. „Das Land ist schon rein landschaftlich so vielfältig“, sagt sie. Ecuador lässt sich in vier große Zonen einteilen: das Küstengebiet, das Hochland, der Dschungel und die Galapagos-Inseln. Die ersten drei besuchte Rosi Scholler während ihres Aufenthalts. „Es ist erstaunlich, wie schnell sich bei der Reise vom heißen Küstengebiet bis ins Hochland das Klima ändert: Man liegt 2000 Meter höher und hier hat es nur 15 Grad Celsius.“ Das zeigt sich aber auch bei den Menschen: „Je kälter das Klima ist, desto verschlossener sind auch die Leute. Im Küstengebiet sind die Ecuadorianer sehr südländisch, offen. Im Hochland gleichen sie mehr der österreichischen Mentalität.“ Besonders gefallen haben Scholler die Verkaufsläden: Das sind Häuser, die ausschauen, als ob ihnen die eine Wand fehlt, wo das Geschäft ist. „Dreimal am Tag gibt’s dort Reis zu essen, oft mit Rind- oder Hühnerfleisch.“ Auch von vier verschiedenen Kartoffelarten und Kochbananen weiß Rosi zu erzählen. Als Spezialität gilt jedoch Gug: Das ist – man glaubt es kaum – Meerschweinchenfleisch.Die Kluft zwischen Arm und Reich in Ecuador ist groß. Aber die Menschen sind menschlich nicht arm und können so die materielle Armut ein bisschen vergessen machen. Enorme Bedeutung haben auch bei den ärmeren Leuten Statussymbole wie DVD-Player. Da kann es passieren, dass die Leute hungern, um sich so ein Gerät leisten zu können. Für Rosi Scholler hat sich ihr nach Mexiko zweites Auslandspraktikum in Südamerika bezahlt gemacht.