Unter dem Titel „Sozialstaat Österreich – Als Schmarotzer besser leben“ veröffentlichte die „Kronenzeitung“ in den vergangenen beiden Wochen eine Artikelserie. Nun haben katholische und evangelische Einrichtungen sowie nahmhafte Sozialexperten diese „Sozialschmarotzer“-Kampagne deutlich kritisiert. Sie sei dazu angetan, Vorurteile gegenüber jenen Bevölke-rungsgruppen zu schüren, die auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind. Vor allem Arbeitslosen gelte der Pauschalverdacht der „Faulenzerei“. Nur jeder Vierte, so die „Krone“, sei bereit, Arbeit anzunehmen. Natürlich gibt es immer Menschen, die das Sozialnetz missbrauchen. Die Zahlen aber sagen, dass das Arbeitslosengeld immer niedriger wird und Fälle von Missbrauch deutlich zurückgehen. Dafür steigt die Zahl der Armutsgefährdeten unter Arbeitslosen, weil sie sich schämen, Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist der eigentliche Skandal. Aber mit dem kann man nicht auflagenträchtig die Neidgesellschaft füttern.