Ausgabe: 2005/02, Mille, Indonesien, Südostasien, Transit, EU
13.01.2005
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Bloß 50 Mille
Bei der Hilfe nach der Flutkatastrophe in Südostasien werde „nicht geknausert“, meint Andreas Khol. Zwar ist die zweistellige Summe noch nicht fixiert, die der Nationalratspräsident damit meint – von bis zu 50 Millionen Euro ist die Rede –, aber die scheinbare Großzügigkeit darf nicht blind machen für ein echtes Problem: mit Zinsen und Zinseszinsen fließt mehr aus dem Süden in den Norden als umgekehrt. Und zwar in einem Ausmaß, das alle Hilfszusagen lächerlich erscheinen lässt. Alleine 2005 muss Indonesien, mit Aceh das am schwersten betroffene Land, an Österreich 200 Millionen Euro für Zinsen und zur Schuldentilgung zahlen. Das ist das Vierfache dessen, womit Österreich über Jahre verteilt in der ganzen Region nicht knausern will.
Walter Achleitner
Mit Füßen getreten
Im abgelaufenen Jahr sind zum ersten Mal mehr als zwei Millionen schwere Lastkraftwagen über den Brenner gerollt. Seit dem Wegfall der Ökopunkte-Regelung und Fahrten-Kontingente im Jänner 2004 stieg damit der Alpentransitverkehr in Tirol um 15,2 Prozent. Zuvor betrug die jährliche Steigerungsrate rund zwei Prozent. Und schon dieser relativ geringe Zuwachs war ein klarer Verstoß gegen den mit der EU geschlossenen Beitrittsvertrag. Dieser sieht im Protokoll Nr. 9 eine nachhaltige Reduktion der Stickoxyd-Belastung durch den Transit-Verkehr um 60 Prozent gegenüber dem Stand von 1991 vor. Schon durch die lasche alte Praxis kam es zwischen 1991 und 2002 zu einer 20-prozentigen Zunahme der NOx-Belastung. Nun aber sind alle Dämme gebrochen und das Recht und die Gesundheit der Menschen werden gröblichst mit Füßen getreten.