Zehn Tage war Markus Amann Pressesprecher des österreichischen Krisenstabs in Thailand. Beim Gedenkgottesdienst für die Opfer in Phuket tauschte er die Presseunterlagen gegen ein Liederbuch.
Am vorletzten Sonntag war sie viel zu klein geworden, die katholische Maria-Himmelfahrtskirche in Phuket. Hunderte kamen, um am ökumenischen Gedenkgottesdienst teilzunehmen: für jene Deutschsprachigen, die seit der Tsunami-Welle vom 26. Dezember im thailändischen Ferienparadies als vermisst gelten oder tot sind. „Die Idee kam aus der deutschen Botschaft. Wir haben sofort mitgemacht“, erklärt Markus Amann. Der Koblacher war am 2. Jänner als Pressesprecher für den österreichischen Krisenstab nach Phuket gereist. „Durch den Arbeitsdruck verdrängte ich tagsüber die traurigen und grausamen Ereignisse. Doch am Abend überkommt einen, was du den ganzen Tag erlebt hast. Der Gottesdienst war da eine echte Abwechslung. Da war Zeit für ganz andere Gedanken“, gesteht der 39-jährige Gendarm und Journalist vom Landesgendarmeriekommando Vorarlberg. Dabei sorgte auch der Gottesdienst für Überraschungen – und nicht nur die Teilnahme des deutschen Außenministers Joschka Fischer: Denn als Amann auf der Empore der Kirche noch Platz suchte, da dauerte es nicht lange, und er hielt ein Liederbuch in Händen. „Bei den deutschsprachigen Liedern haben immer weniger Thaifrauen im Chor mitgesungen. Gegen Ende waren wir dann nur mehr drei Journalisten, die gesungen haben. Aber es waren alles Lieder aus dem ,David‘, und die habe ich alle gekannt.“