Streif und Ganslernhang. In der zweiten Hälfte dieser Woche werden Sportinteressierte im Bann von Kitzbühel stehen. Gelten die Rennen im legendären Sportort doch als die spektakulärsten der Saison. Ein paar Dutzend Läufer werden versuchen, möglichst schnell das Ziel zu erreichen.
Ein Ziel – und doch ganz unterschiedliche Ziele. Während die einen um den Sieg fahren und enttäuscht sind, wenn er nicht gelingt, träumen andere vom Stockerlplatz. Wieder andere werden glücklich sein, wenn sie die Qualifikation schaffen oder – im Slalom – wenn sie im zweiten Durchgang noch dabei sind. Für etliche geht es auch noch um die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Würde man von allen dasselbe erwarten, es gäbe am Ende fast nur Frustrierte.
Was im Sport gilt, sollte auch in einer „Leistungsgesellschaft“ Berücksichtigung finden: Dass man nicht von allen Gleiches erwarten darf. Es gibt sie – die Umstände, die volle Leistung nicht zulassen. Ein guter Trainer erweist sich darin, wie er mit den Schwächen seiner Leute umgeht.
Schüler und Schülerinnen plagen sich bei den letzten Schularbeiten vor Semester. In der Arbeitswelt sehen sich viele dem Druck ausgesetzt, nicht aus dem „Kader“ zu fliegen. Menschen am Maß des ihnen Möglichen zu messen, darauf käme es an. Einigen wäre mehr möglich. Für andere gelten kleinere Ziele.Das gehört zur Sportlichkeit – im Leben, auch in der Kirche. Das Schlimmste ist, Menschen ihre Ziele zu nehmen.