Brot hat schon einmal mehr gekostet. Viel mehr! So kletterte in der Wirtschaftskrise 1923 in Deutschland der Preis für ein Kilo Brot binnen zehn Monaten von 250 Mark auf 1,7 Milliarden Mark! Seit etwa dreißig, vierzig Jahren steigt der Brotpreis ständig. Das ist zwar mit der dramatischen Situation von einst nicht vergleichbar. Es ist aber doch interessant, einen Blick auf die Entwicklung des Brotpreises zu werfen:
Ein Kilo Hausbrot kostete 1971 6,60 Schilling, ein Kilo Weizenmehl etwa vier Schilling. Heute kostet das gleiche Kilo Brot auf die damalige Währung Schilling umgerechnet etwa dreißig Schilling. Das dazu benötigte Mehl erzielt nur noch einen Preis von etwa 1,65 Schilling! Der Preisanteil von Mehl fiel von sechzig auf fünf Prozent. Das trifft die Bauern hart. Stellen wir noch weitere Vergleiche an: Seit 1960 hat sich der Brotpreis etwa versechsfacht, der Benzinpreis dagegen nur verdreifacht. Zieht man die Einkommensentwicklung heran, ist Benzin sogar billiger geworden, denn die Einkommen sind mehr gestiegen als der Benzinpreis. Der Linzer Wirtschaftsgeschichtler Univ.-Prof. Roman Sandgruber setzt in einer Übersicht Brotpreis und Lohn eines ungelernten Industriearbeiters in Beziehung. 1830 verdiente ein Industriearbeiter bei einer 82,5-Stunden-Woche wöchentlich so viel, dass er sich darum 35,7 Kilo Brot hätte kaufen können. 1999 (37,5 Stundenwoche) wären es etwa 244 Kilo Brot gewesen, 1990 war das Verhältnis noch besser: 271 Kilo Brot.
Unsere Frage: Brot- und Semmelsorten gibt es viele. Finden Sie mindestens zehn. Schicken Sie die Lösung bis 4. Februar an die Kirchenzeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Wir verlosen einen Brotgutschein.
Beim Rätsel Nr. 2 (Deutschland) haben gewonnen: Elisabeth Aschauer, Linz; Helene Hagler, Ungenach; Gertrude Zeilinger, Wartberg/Kr.