Er soll, wurde kürzlich in einem Fernsehbericht behauptet, täglich fünf Bälle besuchen. Der gedrängte Fasching verlangt seinen Tribut. Wiens Bürgermeister Häupl hat die entsprechende Konstitution. Schließlich steht eine Wahl bevor, da will man nicht schwächeln. Andere haben zwar keine Wahl zu bestreiten. Trotzdem fordert auch von ihnen der knappe Fasching seinen Tribut. Die Mitarbeiterinnen der Katholischen Frauenbewegung etwa. In vielen Pfarren bewirten sie um den Lichtmesstag herum – den 2. Februar – die Taufeltern des vergangenen Jahres. Sonst war das ja immer möglich am Sonntag darauf. Doch da ist heuer Faschingssonntag. Also wich man in einigen Pfarren auf den Sonntag davor aus. Gleichzeitig beschäftigen sich dieselben Frauen mit der Vorbereitung des Familienfasttages und des heute oft damit verbundenen Suppenessens. Einladungen schreiben, Plakate vorbereiten, Leute zum Kochen finden und vieles mehr. Die viel beschäftigten Frauen prägen damit ein Stück weit die Züge der Kirche, die für Menschen da sein will, unabhängig, wie nah oder fern diese selbst zur Kirche stehen. Es gibt sie eben – die Leute, die trotz aller Hektik anderen Gutes servieren.