Eigentlich hat sie die ganze Menschheit heuer schon erlebt: diese Grunderfahrung „Bedenk, o Mensch, du bist von Staub“. Die Tsunami-Katastrophe mit den inzwischen angenommenen 280.000 Todesopfern hat deutlich gemacht, wie brüchig und keineswegs sicher das Leben ist. Ein Frühwarnsystem soll künftig vor einem Unheil derartigen Ausmaßes bewahren. Es wird verhindern können, dass Menschen unvermutet sterben. Den Tod selbst wird kein System aus der Welt schaffen können.
Ein Frühwarnsystem – das ist auch der Aschermittwoch und die damit beginnende Fastenzeit. Auch ohne Flut und gerade dann, wenn das Leben seinen sicheren Lauf zu nehmen scheint, macht diese Zeit des Kirchenjahres aufmerksam: Verlasse dich weder auf deine Gesundheit noch auf die gerade glücklich laufenden Momente deines Lebens. Knüpfe deine Hoffnung nicht an den Erfolg deiner Geschäfte oder an das Ansehen deiner Person, auch nicht an die Tatsache, dass du einen halbwegs sicheren Arbeitsplatz hast. All diese Dinge sind nicht von Dauer. Das Leben hat eine andere Quelle: ob jemand an Gott glaubt und seinen Weisungen folgt – oder nicht.
Dieses Frühwarnsystem sendet seine Botschaft jedes Jahr. Nicht erst in der Katastrophe – in guten Zeiten schreibt es seine Wahrheit in das Gedächtnis und in das Herz der Menschen ein – damit es sie nicht unvorbereitet trifft. Das geschieht nicht mit dem Ziel, ihnen das Leben trostlos und traurig erscheinen zu lassen, sondern damit sie das wirkliche Leben und seinen Grund entdecken können.