„Na Dankschön!“ Ungläubig gibt die Frau die Münze zurück ins Börsel und steckt statt dessen einen Schein in den Schlitz. 5 Euro! Damit hat sie nicht gerechnet. Es war wohl ihr erster Besuch bei ihrer Verwandten in der Nervenklinik. Seit dort neu gebaut wurde, kann der Besucher unter einer Reihe von Parkplätzen wählen. Nur: Alle haben eine Schranke bei der Einfahrt. Und es heißt zahlen. Fünf Euro also für zweieinhalb Stunden. Ein Krankenbesuch ist mit gar nicht unerheblichen Nebenkosten verbunden. Rezeptgebühren, Selbstbehalte. Darüber wurde im Zuge der Gesundheitsreformen viel diskutiert. Die Parkplatzschranke unterscheidet nicht, ob jemand sozial bedürftig ist oder ob wegen einer langen Krankheit erschwerende Umstände vorliegen. Aus vielen Gegenden wird ein Besuch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Tagesreise. Also bleibt das Auto. Auch das ist ein Aspekt der Spitalsreform: Wie „besucherfreundlich“ wird das Krankenhaus der Zukunft sein? Besucherfreundlich bedeutet auch krankenfreundlich. Zweieinhalb Stunden bei einem Kranken zu verbringen – da sollte man doch nicht an die Kosten denken müssen.