Beziehungsfallen“ heißt eine Veranstaltungsreihe. Allenthalben lauern „Armutsfallen“, in die man stürzt, trifft man nicht rechtzeitig Vorsorgemaßnahmen. Jugendliche laufen Gefahr, in die „Schuldenfalle“ zu tappen. Ein Handy kann der Anfang sein. Ratgeber sind voll von Tipps, wie man den ständig lauernden Gefahren und Fallen aus dem Wege geht. Sie produzieren ein Grundgefühl: man muss verdammt – verzeihen Sie das Wort, aber es hat tatsächlich mit Verdammung zu tun – auf der Hut sein, nur ja keine Fehler zu machen. Jetzt, in der Fastenzeit, bekommt man Tipps, wie man dem Gewicht ein Schnippchen schlagen kann. Auch beim Essen lauern Fallen.
Was ist das für ein Leben, das mehr die Gefahren auf dem Weg im Blick hat, als die Schönheit, die man auf diesem Weg erleben kann, und gar das Ziel? Gerade die Fixierung auf die möglichen Gefahren – die Beziehungsfallen zum Beispiel – machen diese noch gefährlicher. Wo ist sie denn endlich, die Falle!
Die Grundorientierung wird besser gelingen, wenn man sich weniger in die Dinge verbeißt, denen man aus dem Wege gehen will, sondern wenn man vor Augen behält, was man erreichen möchte – und woran man glaubt. Gefahrenstellen gemeistert zu haben allein schafft noch keinen Sinn. Mit einem Ziel vor Augen lassen sich Schwierigkeiten besser überwinden. So steht auch beim Fasten das, was ich anstrebe, im Zentrum, nicht das, worauf ich verzichte.