Die Premiere von „Der Augenzeuge“, ein Drama von Joshua Sobol, „dem Fall Jägerstätter nachempfunden“, hatte am Samstag Premiere im Landestheater Linz.
Kirchliche Vertreter und Mitarbeiter/innen waren im Vorfeld gespannt, nervös, hegten auch so manche Befürchtungen, ob das „überhaupt möglich sei – ein Stück in Anlehnung an den Fall Jägerstätter zu verfassen ohne über sein Leben historisch korrekt zu schreiben?“ Sicher mischte sich bei manchen ein gewisses Unbehagen dazu, nicht die Hand auf die authentische Wiedergabe zu haben, sondern der Freiheit der Kunst ausgeliefert zu sein.
Um einen würdigen Umgang mit dem Fall Jägerstätter waren die Künstler/innen im Landestheater sichtbar bemüht: Eine auf Firlefanz und Pathos verzichtende, auf das Wesentliche reduzierte Inszenierung stellte bei der Premiere an das Publikum hohe Anforderungen. Sprechtheater mit wechselnden Rollen, berührenden Dialogen und ein „Franz“ (Joachim Rathke), der sich nicht in den Vordergrund drängte und um den sich doch alles drehte. Dieser „Franz“ erbat sich am Ende des Stücks in seiner Todeszelle nur eines: Ruhe. Die konzentrierte Atmosphäre wirkte noch lange in den Gesprächen nach.