6500 Journalisten haben sich zum 20. Katholischen Weltjugendtag in Köln angemeldet. Kritiker befürchten, dass sie mit ihren Kameras und Mikrofonen vor allem eines im Sinne haben: Sie werden jeden Schritt des Papstes verfolgen. Es bestehe die Gefahr, dass der Weltjugendtag nur mehr als Staffage für die erste Auslandsreise von Benedikt XVI. wahrgenommen werde, hieß es auch von innerkirchlichen Skeptikern. Ähnliches hörte man 1983 vor dem bislang letzten Katholikentag in Österreich. Und doch erinnern sich die Teilnehmer/innen bis heute nicht nur an die beeindruckenden Begegnungen mit dem Papst im Stadion, auf dem Heldenplatz und im Donaupark. Für sie war der Katholikentag vor allem eine Erfahrung einer glaubensfrohen, vitalen und bunten Kirche. Von ähnlichen Erfahrungen berichten auch Jugendliche, die bisher an Weltjugendtagen teilgenommen haben. Dass dabei der Papst mit ihnen gefeiert hat, empfanden viele zusätzlich als ein Ernstnehmen ihres Glaubens, wie sie es in ihren Gemeinden so deutlich selten erfahren.
Dass 500.000 Jugendliche, die über mehrere Tage ein Fest des Glaubens und der Gemeinschaft feiern, eine eigene Dynamik entwickeln und nicht bloß die Kulisse für einen Papst-Event abgeben, darauf kann man vertrauen. Die Kreativität der Jugendlichen und ein umfangreiches Programm, das viele Möglichkeiten der geistlichen Vertiefung, der religiösen Bildung und der menschlichen Begegnung bietet, sind ein Boden, auf dem eine junge Kirche wachsen kann. Dazu gehört auch, dass am vergangenen Wochenende Zehntausende Jugendliche auf dem Weg nach Köln in Sozialprojekten in deutschen Diözesen mitgearbeitet haben.