Warten auf den Papst: Wo Benedikt XVI. auftrat (hier bei der Vigil auf dem Marienfeld) herrschte dichtes Gedränge. Für manche bedeutete das neben der Freude auch ein wenig Stress.
Viele Erwartungen an den XX. Weltjugendtag wurden übertroffen, manche auch enttäuscht. Einig sind sich aber alle in einem: Es hat sich gelohnt, nach Köln zu fahren.
„Wie man einen Weltjugendtag erlebt, liegt daran, wie man den Moment wahrnimmt“, ist Peter Engelhardt überzeugt. Der 21-Jährige spricht das volle Programm und das reichhaltige Angebot an Veranstaltungen beim Weltjugendtag in Köln an. Er habe sich auf das konzentriert, was ihm wichtig war. Etwa auf die Katechesen, die an mehreren Tagen stattgefunden haben. „Da waren alle mit Ernst dabei“, sagt der Linzer. Man habe gesehen, dass abseits des Trubels auch Besinnung möglich war. „Die Freude ist immer im Vordergrund gestanden, aber ich habe mich auch gut vom allgemeinen Rummel zurückziehen können.“
Anders als erwartet
Das ist Elisabeth Hackl aus Windischgarsten nicht so ganz gelungen. Sie ist wie Engelhardt mit der Katholischen Jugend (KJOÖ) nach Köln gefahren und war zum ersten Mal bei einem Weltjugendtag dabei. „Es war anders als erwartet“, gesteht sie. „Alles war eine Riesen-Aufregung, ich habe keine Besinnung gefunden.“„Stressig war es schon, besonders in Köln“, findet auch Christine Mairinger aus Mühlheim am Inn. Sie hatte sich ebenfalls der Gruppe der KJOÖ angeschlossen. „Aber nur, wenn man überall mitgemacht hat.“ Von Köln haben die drei und ihre Pilgerkolleg/innen aus Oberösterreich nicht sehr viel gesehen, weil sie in Düsseldorf und Umgebung bei Gastfamilien untergebracht waren. So konnten sie die Schifffahrt von Papst Benedikt XVI. nur auf einer Vidi-Wall in Düsseldorf betrachten. „Da haben wir wahrscheinlich mehr gesehen, als die auf den Poller-Wiesen“, meint der Organisator der Reise, Wilhelm Seufer-Wasserthal nicht ganz zu Unrecht.
Repräsentativ für die Kirche
Den Papst habe sie nicht aus der Nähe gesehen, sagt Christine Mairinger. „Aber ich bin – im Gegensatz zu vielen anderen – nicht nur wegen ihm gekommen. Was er gesagt habe, sei interessant gewesen. „Der Papst war repräsentativ für die Kirche“, analysiert Peter Engelhardt. Das sei in den Liedern und Gebeten merkbar gewesen.
Jesus war im Vordergrund
Das Motto des Weltjugendtages „Wir sind gekommen, um ihn anzubeten“, habe trotz der Begeisterung um Benedikt XVI. nicht dem Papst gegolten. „Jesus Christus war im Vordergrund und es war toll, deswegen zu feiern.“ Einen anderen Eindruck haben die „Benedetto“-Rufchöre bei Elisabeth Hackl hinterlassen: „Ich habe mich gefragt, ,Warum jubeln die Pilger dem Papst zu?’, ,Wissen Sie, wie er ist, wofür er steht?’“ Schließlich habe sie gemerkt, dass dies den meisten egal war – der Papst wird einfach bejubelt. „Das war schon eigenartig.“
Für alle drei steht fest, dass es sich gelohnt hat, nach Köln zu fahren. Die Begegnung mit so vielen jungen Menschen, die Diskussionen und das Leben des Glaubens in der Gemeinschaft seien wichtige Erfahrungen gewesen. „Es war schön zu sehen, dass es so viele andere Leute gibt, die so etwas machen“, resümiert Christine Mairinger. Man solle versuchen, die gute Stimmung auch in den Alltag zu transportieren, meint Peter Engelhardt. „Der Weltjugendtag hat mir noch mehr Mut gemacht, zu meinem Glauben zu stehen.“ Im Glauben gefestigt fühlt sich auch Elisabeth Hackl. „Mir ist wieder klarer geworden, worum es bei der ganzen Sache geht – um die Nächstenliebe.“