Die Entscheidung der EU, mit der Türkei Beitrittsverhandlungen aufzunehmen, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Aber haben Sie schon einmal nachgedacht, welche türkischen Lehnworte wir in unserer Sprache haben, Kaftan zum Beispiel oder Lakai? Oder Worte, die aus dem Persischen über die Türkei zu uns kamen, Diwan zum Beispiel. Oder Worte, deren Stamm sich auch im Türkischen findet: Dolmetsch, türkisch: tilmac, til (Zunge, Sprache); Horde, türkisch ordu (Heer-Lager, Troß). Auch den Weg in die Gegenrichtung machten Worte – deutsche Lehnworte haben sich in der türkischen Sprache eingenistet. Nickel und Quarz führen die Hitliste jener deutschen Begriffe an, die in Einzug in die meisten Sprachen gefunden haben. Etwa zehn sind es an der Zahl, unter ihnen ist auch Türkisch. Aus dem arabischen Raum haben viele Worte nach Mitteleuropa und in die deutsche Sprache gefunden: Sahara, Scheich, Sultan, Kadi, Kismet, Mumie... Und der Zenit hat einem alten Schreibfehler seinen Namen zu verdanken; nichts erinnert mehr an das arabische samt ar-ra’s (die Richtung des Kopfes). Nachdenken, was sich unsere Sprache anderswo ausgeliehen hat, kann Spaß machen und lässt begreifen, wie sehr wir schon immer mit vielen Nationen im Austausch waren!
Zum Mitmachen: Schicken Sie uns Lehnworte oder Fremdwörter der deutschen Sprache mit „exotischer“ Herkunft.
- Senden Sie Ihre Vorschläge bis 21. Oktober 2005 an die Kirchenzeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. E-Mail: office@kirchenzeitung.at.
- Zu den Denk-Aufgaben in Nr. 39 (alte Obstsorten) haben wir Heidi Smetacek, Pucking, und Siegfried Kneidinger, Linz, als Gewinner gezogen.