Ausgabe: 2005/42, Leitartikel, Fellinger, Epidemie, Vogelgrippe, Pakistan, El Salvador,
20.10.2005
- Matthäus Fellinger
Eine mögliche weltweite Epidemie – ausgelöst von einem Vogelgrippe-Virus – beschäftigt die Öffentlichkeit. Viele haben Angst vor der großen Seuche. Wird genug getan? Reichen die Schutzmaßnahmen?
Während Europa sich um mögliche Gefahren in der Zukunft sorgt, ist die Katastrophe an anderen Orten urplötzlich hereingebrochen. Erdbeben in Indien und Pakistan. Und zuvor: die gewaltigen Überschwemmungen in Guatemala und El Salvador. Zwei Wochen lang dauerten die sintflutartigen Regenfälle. Doch nur noch gelegentlich ist zu erfahren, wie es den Menschen dort jetzt geht. Das Erdbeben von Pakistan hat das Unglück der Menschen in Mittelamerika aus den Schlagzeilen verdrängt. Und die erkrankten Vögel in der Türkei und im Donaudelta haben schließlich beides in der öffentlichen Aufmerksamkeit in die zweite Reihe verdrängt.
Unglücke halten sich nicht an die strategisch günstigen Zeiten. Die Hilfsbereitschaft ist nicht nur gefordert, wann sie gerade am besten möglich ist. Aber wer möchte schon das „Unglück“, gleich zwei Mal in kurzer Zeit gebeten zu sein, mit dem Unglück derer tauschen, denen es zu helfen gilt?