Eine alte Frau mit schlechtem „Gehwerk“ steuert auf einen Zebrastreifen zu, der über eine zweispurige Straße führt. Zwei Autos nähern sich – nebeneinander fahrend – dem Fußgängerübergang. Man könnte noch, ohne sie zu gefährden, vor der Frau den Zebrastreifen passieren. Der eine aber bremst sich ein. Er ahnt, wieviel Sicherheit jemand braucht, der um seine Langsamkeit weiß, ehe er sich die Überquerung der Straße zutraut. Der andere gestikuliert erbost, denn wegen seines „Nachbarn“ bleibt auch ihm nichts anderes übrig als anzuhalten. Das kostet wertvolle Sekunden. –Sie verhalten sich, als würden sie sich eine Eisenhaut anziehen, wenn sie ins Auto steigen. So unempfindlich gegen die Bedürfnisse der anderen lenken sie ihr Gefährt – die Automanen. Auto-ritär gestalten sie den Verkehr und setzen mit ihrem Verhalten die Rücksichtnahme automatt. Sie denken, autonom zu sein, und merken nicht, wie autounterwürfig sie sind. Wenn man Automanen im Straßenverkehr beobachtet, versteht man den tieferen Sinn von „autokratisch“ – selbstherrlich! Als die alte Frau das andere Ufer der Straße erreicht hatte, hob sie dem einen zum Dank ihre Hand. Und schüttelte, zum anderen hin gewandt, den Kopf: Autogenes Training!