Wilma tötete acht Menschen. Bei einem Flugzeugabsturz in Nigeria kommen 114 Passagiere ums Leben. Dazu die Bilanz der Verkehrsunfälle. Alltägliches Sterben. Geschieht dies unter außergewöhnlichen Umständen, gibt es Stoff für die Schlagzeile. Erdbeben in Pakistan. Da werden die Toten in Tausenden gezählt. Dazu die Angst vor dem Sterben durch das Vogelgrippe-Virus.
Der Tod schafft es immer wieder in die Schlagzeilen. Wenn es stimmt, dass die unglaublichsten Dinge und Vorkommnisse am meisten Interesse auf sich lenken, dann ist ein anderes Thema noch viel spektakulärer: das Leben selbst. Wo Leben spektakulär geretet wird, kommt es ja vor. Aber die Tatsache, dass die Geburt jedes einzelnen Menschen einem Wunder gleichkommt, erscheint zu gewöhnlich und alltäglich. Wem es gelingt, im Leben das Wunder selbst zu sehen, wird eine neue, tiefere Ahnung vom Leben bekommen. Das Sterben ist dann nicht die letzte Nachricht, die man von einem Menschen vernimmt. Dass Gott über den Tod hinaus Leben schenkt, das ist die Schlagzeile des Glaubens. Sie „schlägt“ allerdings nicht, sie lässt staunen. Darum geht es, wenn Christen Allerheiligen feiern.