In Österreich wurde letzte Woche eine neue Angst in die politische Diskussion gebracht: Autofahrer könnten eine Beklemmung erfahren, wenn sie an Lärmschutzwänden entlangbrausen, weil sie sich eingeengt fühlen, sagt der Zivilschutzverband. Angst ist ein ernstes Thema. Geprüft ist, wer Flugangst hat. Unausweichlich in unangenehme Situationen kommt, den Spinnen schrecken oder der Hunde fürchtet. Es leidet, dem heiß und kalt wird, wenn er unter vielen Menschen ist ...Ich fürchte aber auch, dass Angst ins Spiel gebracht wird, um Entscheidungsträger zu verunsichern. Die Angst als Argument soll Angst machen zu handeln. Eine Gesellschaft, die vor allem Angst und nicht vor allem Mut hat, wird sich kaum etwas verändern trauen. In ihr haben die Angstlosen leichtes Spiel. Sie sind die Macher, die keinen Zweifel kennen und Tatsachen schaffen, während die Ängstlichen von einem Zweifel in den anderen fallen. Während die Macher Straßen bauen und Lärmschutzwände errichten, spalten sich die Zweifler in Lager. – Da sind die, die unter dem Lärm, und dort jene, die unter dem Lärmschutz leiden. Und sie merken nicht mehr, dass sie unter dem gleichen leiden: dem vielen Verkehr. – Der sollte Angst machen!