Wenn man als Musikbesessener aus einer Wühlkiste eine Platte eines unbekannten Künstlers hervorholt, sich das gute Teil dann aus irgendeinem Grund auch noch kauft und es sich zu Hause im Player als eine der persönlichen Neuentdeckungen seit langer Zeit entpuppt, dann ist das Weihnachten, Ostern und Geburtstag – alles auf einmal. Dieses Glück widerfuhr mir mit „Under Cold Blue Stars“ von Josh Rouse. Wenige Tage später standen auch schon die zwei aktuellsten Alben, „1972“ und „Nashville“, im Regal. Gleich der erste Song des folkigen „Nashville“ macht klar, Rouse ist keiner, der das Glück schon gefunden hat: „I See You Dancing Around / To Your Favorite Song / It‘s ‚Who Do You Love‘ I Want To Know His Name / And Does He Feel Like I Feel / Is He Standing In The Rain?“ Es ist die verlorene Liebe und die unerreichbare Liebe, manchmal die Unzulänglichkeit des eigenen Daseins und die ewige Suche nach dem perfekten Song. Gitarren werden nur noch gezupft, manchmal darf’s auch ein klein wenig „Wah Wah“ sein und das Schlagzeug wird sowieso nur gestrichen. Einmal mehr die Entdeckung der Langsamkeit und gleich um die Ecke wohnen Kurt Wagner, Wilco und Ryan Adams.
- Josh Rouse – Nashville (erschienen bei Rycodisc)