Ausgabe: 2005/45, Leitbetriebe, Unter uns, Bad Schallerbach, Pichl
10.11.2005
- Elisabeth Leitner
Ein Wellness-Tempel nach dem anderen wird eröffnet. Da freut sich der Bürgermeister und die ganze Gemeinde. Und ich mich auch. Ich lasse gerne die Seele baumeln und entspanne mich bei kurzweiliger Lektüre. Das tut gut. In Zukunft lässt es sich im Vier-Sterne-Hotel Paradiso in Bad Schallerbach noch trefflicher relaxen. Neben dem neuen touristischen Leitbetrieb liegt Pichl bei Wels. Oft genug die letzte Wendemöglichkeit, wenn man wieder einmal die richtige Ausfahrt in Wels verpasst hat. Ein Ort mit Geschichte. Eine Gemeinde, die sich dieser Geschichte selbst stellt. Tourismusmagnet wird man dadurch nicht unbedingt. Denn: „Vergangenheitsbewältigung gehört nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Österreicher“, sagte Veronika Kitzmüller, Pfarrassistentin von Pichl anläßlich der Segnung der Gedenkstätte für die „Kinder von Etzelsdorf“ (siehe S. 29).Die Beschäftigung mit der Geschichte ist meist schmerzvoll und unangenehm. Dabei ist in diesem Ort jedoch Beachtliches gewachsen: Pichler/innen mit neuem Geschichtsbewusstsein, ein Kunstwerk, das namenlose Kinder dem Vergessen entreisst, ein Buch, das die Geschichte eines Ortes beleuchtet. Pichl: ein „Leitbetrieb“ im Gedenkjahr. Mit viel Publikum.Das ist gut.