David Beckham ist out. Und zwar nicht als Fußballer, auch nicht als Ehegatte eines Popsternchens - nein, ganz einfach als Mann. Das ist eine gute Nachricht. Lediglich zwei Jahre waren dem schmeichelweichen Schönling mit der glatt rasierten Brust als Trendsetter gegönnt. Dass es damit jetzt vorbei ist, daran sind jene drei US-Autorinnen schuld, die ihn damals zum Paradebeispiel der Männlichkeit erhoben und den Begriff "metrosexuell" geprägt hatten. In ihrem neuen Buch "The Future of Men" stellen Marian Salzman, Ira Matathia und Ann O Reilly der interessierten Leserschaft ein neues Ideal der Männlichkeit vor - und das nennt sich "übersexuell". Abgesehen von der originellen Bezeichnung (ja, auch im Englischen heißt es "übersexual"!) hat der neue Trend einiges zu bieten. Im Gegensatz zu metrosexuellen Männern, die unfähig seien, in unseren postfeministischen Zeiten ihren Männlichkeitssinn zu bewahren, würden die "übersexuals" zurückkehren zu den wahren männlichen Werten: stark, entschlossen, fair. Dabei muss gesagt werden, dass das englische "fair" alles mögliche heißen kann. Von gerecht, anständig über schön und blond bis hin zu mittelmäßig. Bei all diesen traditionellen Werten hat der übersexuelle Mann auch überraschende Eigenschaften: Nicht nur ist er dazu bereit, Windeln zu wechseln, nein, er möchte auch über seine Empfindungen dabei diskutieren. Er liest Sportzeitungen und setzt beim Shopping auf Qualität statt Quantität. So, nachdem wir wissen, aus welchem Holz der neue echte Mann geschnitzt ist, bleibt nur noch nachzuschlagen, wen uns die Autorinnen als männliches Rollenbild der Zukunft vorsetzen. Festhalten: In der Liste der "Top 10 Übersexuals" führt U2-Sänger Bono vor Schauspieler George Clooney und Ex-US-Präsident Bill Clinton. Ja, auf eine gute Nachricht folgt immer irgendwann eine schlechte. Doch bevor sich die trendbewusste Männerwelt verzweifelt David Beckham zurückwünscht, kann ich Entwarnung geben. In zwei Jahren kommt ein neuer Trend. Ich tippe auf den "Über-drüber-sexual".