Ausgabe: 2005/46, Jugend, Kopf der Woche, Frankreich, Fellerer, Jugendarbeitslosigkeit,
17.11.2005
- Hans Baumgartner
„Die schweren Ausschreitungen in Frankreich verweisen auf einen Sprengstoff, den es in vielen Ländern Europas gibt: die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Hier muss die Politik ansetzen“, fordert Anja Fellerer.
Die schockierenden Ereignisse aus Frankreich prägten am vergangenen Wochenende auch die Beratungen der europäischen Jugendorganisationen in Brüssel. Anja Fellerer, die Sprecherin der österreichischen Bundesjugendvertretung, fasst zusammen: „Auch wenn die Situation der Jugendlichen in den französischen Vorstädten um vieles krasser ist als in anderen Ländern, ein Hauptproblem stellt sich europaweit: die wachsende Jugendarbeitslosigkeit. Eine Jugend ohne Zukunftsperspektiven aber ist ein gefährlicher Sprengstoff. Der lässt sich nicht durch Polizeimaßnahmen entschärfen. Jugendbeschäftigung muss zu einem zentralen Thema der europäischen Politik werden“, fordert Fellerer.
Druck machen. Ihre ersten Erfahrungen in der Jugendarbeit hat Fellerer im katholischen Jugendzentrum „Gewölbe“ in Steyr gesammelt. Während ihres Studiums in Wien hat sie bei der Katholischen Jugend Österreichs im Bildungsbereich mitgearbeitet. Nach Studien- und Arbeitsaufenthalten in Frankreich hat sie bei der KJ die Vorbereitung für das Sozialprojekt „72 Stunden ohne Kompromiss 2006“ übernommen. Seit Mai ist Fellerer Sprecherin des Dachverbandes der Jugendorganisationen. „Trotz aller politischen Unterschiede in der Bundesjugendvertretung haben wir uns darauf geeinigt, dass Jugendbeschäftigung unser wichtigstes Thema ist. Wir wollen damit Druck machen, dass dieses Anliegen in der österreichischen EU-Präsidentschaft und im Wahlkampf deutlich an Gewicht gewinnt.“