Unter uns: Ernst Gansinger über bockige Autos und adventliche Erkenntnise hinterm Steuer.
Ausgabe: 2012/48, Auto-Didaktisches, Kraft, Geld, Reparatur, Probleme
28.11.2012
Das alte Auto hat mich vier Jahre lang gequält. Sein Kraftstoff-Verlangen war enorm, eine Reparatur jagte die andere, jedes Mal mit Aufschlag auf die vorigen Kosten. Das war schon fast so wie in der Fabel, die davon erzählt, dass der Erfinder des Schachspiels – vom Herrscher eingeladen, sich eine Belohnung auszudenken, – folgendes ersann: Ein Reiskorn aufs erste Feld, aufs zweite die doppelte Menge – zwei Reiskörner – aufs dritte wieder eine Verdoppelung, also vier, dann acht, sechzehn und so weiter. Der Herrscher ahnte nicht, was das bei 64 Feldern heißt: mehr als 18 Trilliarden Reiskörner! Ich gab am fünften Reparatur-Feld auf. Genug gezahlt! Ein anderes Auto musste mich aus der Schachbrett-Falle befreien. Ich wurde fündig und froh. Die Freude trübte sich bald, denn das Auto ließ sich nur schwer starten. Es bockte wie ein Esel, starten konnte Minuten dauern. Die letzten vier Jahre hatten mich aber zu einem Auto-Didakten der Geduld gemacht. Schicksalsergeben halte ich Auto und Probleme für eng miteinander verbunden. Als mir aber jemand geraten hat, beim Starten die Kupplung ganz durchzutreten, ist der Esel zum Reitpferd geworden. So kam ich zu einem weiteren auto-didaktischen Wissen: Geduld wird belohnt. – Eine adventliche Hoffnung!