Wir leben in einer „freiheitsverliebten Welt“. Vieles, was früher gesellschaftlich normiert war, muss heute verhandelt oder für sich entschieden werden. Das kann auch zu Überforderungen führen, wie die wachsende Sehnsucht vieler Jugendlicher nach „Autorität“ deutlich macht. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen ein Rüstzeug an ethischer Orientierungsfähigkeit mitzugeben. Der Religionsunterricht tut das in qualitätsvoller Weise. Dass die Unterrichtsministerin nun einen Ethikunterricht für alle – nicht bloß als Ersatz für Jugendliche ohne Religionsunterricht – ins Spiel bringt, weckt den Verdacht, dass man Religion aus der Schule und der Öffentlichkeit zunehmend verdrängen will. Hans Baumgartner
Noch kein Sommer in Sicht
Es ist (noch?) nicht soweit. Auf den „Arabischen Frühling“ folgt derzeit noch kein Sommer. Begonnen haben die Aufstände in der arabischen Welt und in Nordafrika im Dezember 2010 in Tunesien. Und sie gingen über unter anderem auf Ägypten, Libyen und Syrien. Die Menschen wollten und wollen sich befreien von den autoritär herrschenden Regimes und sie forderten und fordern Wege in Richtung Demokratie. Jetzt, zwei Jahre danach, scheint vom „Arabischen Frühling“ nicht mehr viel übrig zu sein. In Syrien herrscht nach wie vor Bürgerkrieg; in Tunesien haben Ende November erneut Proteste begonnen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der Armut im Land. Und in Ägypten reißen Staatschef Mohammed Mursi und die Muslimbrüder alle Macht an sich. Ein Rückfall in den Winter droht. Susanne Huber