Seit das Ende der A7 im unteren Mühlviertel elegant in die Schnellstraße Nummer 10 übergeht und sich die Bagger in Richtung Freistadt wühlen, wünsche ich mir inbrünstig ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz. Ein Unter Uns von Christine Grüll.
Ich fahre gerne mit dem Auto. Ich brause ausgebaute Straßen entlang, nutze Ortsumfahrungen und wechsle auf Autobahnen routiniert auf den drei Spuren hin und her. Trotzdem halte ich an dieser Stelle einmal ausdrücklich fest: Bitte keine weiteren Straßen bauen – zumindest nicht in meinem Namen. In den Jahren, die ich in Wien gelebt habe, spielte das Kraftfahrzeug keine Rolle. Der öffentliche Verkehr brachte mich in jeden Winkel der Stadt. Autofahren in der Großstadt bedeutete, abends auf der Suche nach einer Parklücke um den Block zu kreisen und hin und wieder die Reste von Hundekot aus den Rillen des Gaspedals zu kratzen. Mittlerweile mag ich Autofahren. Doch seit das Ende der A7 im unteren Mühlviertel elegant in die Schnellstraße Nummer 10 übergeht und sich die Bagger in Richtung Freistadt wühlen, wünsche ich mir inbrünstig ein dichtes öffentliches Verkehrsnetz. Ich möchte nicht mehr, dass meine Steuern in den Ausbau von Straßen fließen. Mein Geld für den Staat soll bitte nichts mit den neuen Fastfoodfilialen entlang der Schnellstraße zu tun haben (auch wenn ich schon eine besucht habe). Denn es scheint, als würde der Mensch ein Fleckchen Erde ohne Asphalt immer seltener ertragen.